Das eigene Blumen, Gemüse oder Kräuterbeet
Kinder lieben Pflanzen, besonders duftende Kräuter und Blumen, ja überhaupt den Garten, und alles was dazugehört. „Lua“, was soviel heißt wie „Blume. Und daß sich in der Natur immer was tut, das mögen Kinder ganz besonders. Ist es nicht wunderbar, daß der Garten jeden Tag anders aussieht?

Zeigen Sie Ihren Kindern,
wie spannend es ist, die Natur zu beobachten. Was haben die Schnecken uns noch
von den Radieschen übriggelassen? Wieviel ist die Kürbisranke heute gewachsen?
Wie schmeckt der Sauerampfer?
„Schenken“ Sie ihrem Kind doch einfach ein eigenes Stück Gartenbeet, es reichen
am Anfang 1-2 qm, und lassen Sie dann Pflanzen und Samen - mit Ihrer Hilfe -
selbst aussuchen! Hier eine kleine Auswahl:
Anisysop
Römischer Ampfer
Andenbeere
Erkastanie
Pfefferminzgeranie
Erdmandel
Damaszener Kümmel
Bananenminze
Multimenthaminze
Myrrhenkerbel
Stevia 'ZUCKERHUT'
Lakritztagetes
oder
Im Frühling, wenn alle Pflanzen blühen und voll im Saft stehen, ist die beste Zeit, um ein Weidenpfeifchen zu bauen. In dieser Bauanleitung möchte ich Euch zeigen, wie man eine solche Pfeife aus Weidenholz schnitzt. Ob man Erfolg hat, kommt auf viele Kleinigkeiten an, insbesondere aber auf etwas Geduld und Sorgfalt.
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Einige von Euch wissen sicherlich nicht, wie eine Weide aussieht. Im Hintergrundbild erkennt Ihr zwei große Weidenbäume (hier z.B. Korbweiden (Strauch), 6-10m hoch). Sie wachsen besonders häufig an Bächen oder auf feuchten Auen. Im linken Bild seht ihr die Blätter, sie sind 8-15cm lang und schmal (lanzettenförmig). Ihr erkennt sie im Frühjahr auch an den Weidenkätzchen. Ihre Zweige sind grüngelb bis blaugrün und rutenförmig. Mit dünnen Zweigen kann man auch Körbe flechten. Sucht euch jetzt einen Zweig aus, der etwa gut 2 cm dick ist am inneren Ende. Achtet darauf, daß ihr nicht den zentralen Ast auswählt, sondern mehr einen Seitentrieb, der schnell nachwachsen kann. |
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Hier in der Zeichnung seht ihr die einzelnen Teile der Pfeife.
| Sehr wichtig
dabei ist, daß der Ast auf einer Mindestlänge von etwa 8 cm eine glatte
Rinde hat, also keine Auswachsungen oder ähnliches. Insgesamt soll er
10-12 cm lang sein.
Sägt den daumendicken Ast (ca. 2 cm) ab. Achtet bitte darauf, daß ihr beim Absägen die Rinde auf der glatten Seite nicht einreißt - also rundrum sägen oder einschneiden - und gerade absägen! Die andere Seite müßt ihr dann auch absägen, dabei kommt es nicht so sehr auf Genauigkeit an. |
Jetzt schneidet ihr auf der glatten Seite die Rinde wie in der Zeichnung erkennbar an 2 Stellen ein: die erste oben am Mundstück ist etwa 1,5 - 2 cm vom abgeschnittenen Ende entfernt und sieht aus wie ein Halbkreis (näher zum Ende gerade (!!) und etwa 1/3 um den Ast herum, am längeren Ende im Halbkreis und schräg). Bitte genau arbeiten! Am hinteren Ende des Pfeifenteils mit glatter Rinde (ca. 8-10 cm) schneidet ihr die Rinde einmal gerade rundherum und bis auf das Holz durch. |
Nun kommt der
wichtigste und kritischste Teil: die Rinde muß "weichgeklopft" werden.
Dabei darf die Rinde auf keinen Fall springen!
Also harten, glatten und ebenen Untergrund wählen, dann mit einem flachen
Stein oder der flachen (!!!) Seite des Taschenmessers das Holz rundherum
von vorne bis zum Einschnitt hinten weichklopfen.
Achtung: Das ganze funktioniert nur, wenn das Holz frisch ist und gut im Saft steht! .. und es kann auch mal 5-10 Minuten dauern .. |
| Die Rinde
sollte sich dann relativ leicht lösen und abziehen lassen. Am besten
probiert ihr wiederholt und sehr vorsichtig, die Rinde mit der ganzen
Handfläche abzudrehen. Wenn es nicht geht, weiterklopfen, irgendwann
klappt es dann.
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Auf keinen
Fall mit Gewalt vorgehen, immer mit Geduld, sonst war alles umsonst.
Am Ende sollte es so aussehen wie hier im Bild, die Rinde sauber abgelöst vom Holz. |
Als nächstes
muß das Mundstück genau an der Stelle abgesägt werden, an der die Rinde
vorne eingeschnitten wurde, bitte unbedingt gerade durchsägen.
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| Der hintere
Teil muß nun entgratet werden, das heißt die vordere Kante leicht rund
schnitzen.
Dann entfernt bitte die Unreinheiten auf dem hinteren Holzteil, sodaß es zum Schluß ganz glatt ist. Es muß sich nachher in der Rinde hin und her bewegen lassen. |
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Vom Mundstück
muß jetzt ein flaches Stück, etwa 2-4 mm dick, abgeschnitten werden.
Die Schnitzarbeiten wären damit erledigt. Nun müßt ihr die Pfeife nur noch zusammensetzen. |
| Das Mundstück
steckt ihr mit der abgeflachten Seite Richtung Pfeifenöffnung hinein. Wenn
ihr richtig abgesägt habt, dann paßt es exakt zwischen die Öffnung und das
Rindenende.
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So sollte es dann aussehen.
Schließlich schiebt ihr das hintere Holzteil der Pfeife in die Rinde. Es sollte noch beweglich sein. |
Jetzt ist die
Pfeife fertig und kann gespielt werden.
Durch Verschieben des hinteren Teils könnt ihr die Tonhöhe verändern. |

Nachwort
Inzwischen bekam ich mehrfach eMails bzw. Post zu dieser Bauanleitung. Es freut mich, daß ich anderen mit dieser Seite helfen kann, auch eine Weidenpfeife zu bauen. Das war auch der Grund für das Erstellen dieser Seite. Einen Brief von Harald H. aus Retz in Österreich möchte ich Euch nicht vorenthalten. Er teilte mir mit, daß in seiner Kindheit beim Weichklopfen der Rinde Reime aufgesagt wurden wie z.B.
Pfeiferl, Pfeiferl geh,
sonst hau ich dich in (den) Schnee,
sonst hau' ich dich in (den) Schindergraben,
dass di(ch) alle Hund(e) verzahn (= verschleppen).
Wem das stufenlose Verschieben zur Regulierung der Tonhöhe nicht reicht, kann auch mehrere Löcher ausschneiden. Dann wird es fast schon eine Blockflöte mit mehreren Tönen. Das habe ich allerdings noch nicht ausprobiert.
Wer weitere Reime kennt, oder wer mehr weiß über Weidenpfeifchen und Bauvarianten, kann mir gerne eine Mail zusenden.